Erstes Rendezvous

Nachdem ihm dieses Defizit im Reflektieren und im Schreiben bewusst geworden ist, beginnt Giovanni Ideen zu spinnen und zu experimentieren. Ein wöchentliches Rendezvous bei ihr im Bett (es sind die Monate, in denen sie aus dem gemeinsamen Schlafzimmer ausgezogen ist), an einem fixen Wochentag, zu einer fixen Morgenstunde, eine Stunde gemeinsame Zeit ohne Zwang, sich …

Ein flüchtiger Kuss

Fragte man Giovanni, was beinahe zum Exitus ihrer Liebesbeziehung geführt hätte, würde er wahrscheinlich sagen: Die Gewöhnung und dass wir unsere Liebe dem Zufall überlassen haben. Oder anders ausgedrückt: das Fehlen von Ritualen und Fantasie. Nicht nur die Liebe, aber sie besonders, braucht beides. Sie hatten sie vergessen im Getriebe des Alltags, die ganz kleinen …

Ekstatisch

Bei aller Vertrautheit zwischen Liebenden: Es bleibt Unausgesprochenes, Unaussprechbares. Denn "die Alltagssprache taugt nicht viel für die Liebe und ihr mannigfaltig Spiel". Erst in der Poesie findet Giovanni einen Weg, seinen unausgesprochenen Gefühlen nachzuspüren und sie in Worte zu fassen. Und plötzlich bricht es aus ihm hervor: Gefühle werden zu Worten, suchen den Rhythmus und …

Ist es Liebe?

Unter den vielen Fragen, die sich vor Giovanni auftürmen, ist auch die ganz grundsätzliche nach der Liebe. Gibt es Liebe überhaupt? Ist sie mehr als nur Gefühl, mehr als nur ein chemischer Mix aus Endorphinen und Dopaminen? Ist Liebe vergänglich oder hat sie einen Wert, der die Zeit überschreitet, ist sie von ihrem Wesen her …

Frisch verliebt

Das Schreiben und die Erinnerungen an die wundervollen Momente, die sie schon miteinander erlebt haben, rufen nicht nur seine Sehnsucht wach, sondern machen Giovanni auch klar: Er liebt sie, seine schöne Vrouwe, sein Mädchen, seine Geliebte, immer noch. Und er weiß, dass auch er seinen Anteil daran hat, dass sich ihre Beziehung nicht nur harmonisch …

Ernüchterung

Zwei Jahre nach der Hochzeit war ihr erstes Kind auf die Welt gekommen. Und mit einem Schlag war alles ganz anders. Die große Freiheit dahin. Die Nächte, die Tage ein Sorgen und Hegen. Mit einigem zeitlichen Abstand folgten die beiden anderen. Diese drei brachten Farbe und Leben ins Haus, das sie nun ihr eigen nennen …

Ackern

Es gibt so Texte, da spüre ich: Da eiert was am Sprachfluss und im Rhythmus, das ist noch nicht ganz rund. Doch will’s nicht kommen, dieses eine Wort, das alles glättet und zum Fließen bringt. Und irgendwann, dann bastelt man und sagt: Es ist genug. Erklärt das Werk für abgeschlossen und gießt es in ein Buch. Und dann, nach Jahren: Plötzlich ist es da. Das eine Wort, das missing link, das diesem Text den Feinschliff gibt. Das Buch ist längst gedruckt, der Text , so fest gefügt, verändert sich – ein wenig nur, man merkt es kaum, und doch!

Alles an mir sehnt sich nach dir

Das tiefe Sehnen kommt zwar aus dem Herzen, doch es bleibt nicht dort, wird körperlich und sinnlich, fährt in alle Sinne. Alles, was sich öffnen, weiten, dehnen, strecken kann, richtet sich auf sie, der all sein Sehnen gilt.