Therapie

Das war immer ein wunder Punkt gewesen. Sie konnten so vieles miteinander teilen, waren sich unausgesprochen in vielem sofort herzenseins, konnten über vieles auch sprechen, nur über eines leider nicht: über sich selbst. Und vor allem nicht über ihre sexuellen Bedürfnisse und Wünsche. Sie hatten sich gefunden. Sie waren sich mit einer Selbstverständlichkeit auch körperlich …

Schundliteratur

Giovanni ist gewiss kein Experte für erotische Literatur, aber die eine oder andere Geschichte hat er doch schon gelesen - und zu allermeist, abgesehen von der ohnehin meist recht seichten Handlung, mit ziemlicher Enttäuschung. Vielleicht hatte er auch einfach nur Pech bei der Auswahl, aber was hier den Anspruch "erotisch" erhebt, hat mit seinem Verständnis …

Ackern

Es gibt so Texte, da spüre ich: Da eiert was am Sprachfluss und im Rhythmus, das ist noch nicht ganz rund. Doch will’s nicht kommen, dieses eine Wort, das alles glättet und zum Fließen bringt. Und irgendwann, dann bastelt man und sagt: Es ist genug. Erklärt das Werk für abgeschlossen und gießt es in ein Buch. Und dann, nach Jahren: Plötzlich ist es da. Das eine Wort, das missing link, das diesem Text den Feinschliff gibt. Das Buch ist längst gedruckt, der Text , so fest gefügt, verändert sich – ein wenig nur, man merkt es kaum, und doch!

Alles an mir sehnt sich nach dir

Das tiefe Sehnen kommt zwar aus dem Herzen, doch es bleibt nicht dort, wird körperlich und sinnlich, fährt in alle Sinne. Alles, was sich öffnen, weiten, dehnen, strecken kann, richtet sich auf sie, der all sein Sehnen gilt.

Belästigung

Ja, es ist nicht ihre Welt, dieses Denken und Fühlen in erotisch sinnlichen Worten und Bildern. Doch steckt's in ihm ein Leben lang, auch von ihm selbst lange verdrängt und abgeschoben in die Nächte seiner Einsamkeit. Nun endlich hat er es erkannt, das Naheliegende. Es ist doch Seines, ist er selbst. Nun will es auch heraus.

So naheliegend

Als sie dann in sein Leben trat, jung, weiblich, duftend, mit leuchtenden Augen und großem Interesse an allem, was Giovanni dachte und tat, da fühlte er sich endlich ganz. Doch erst jetzt, fast dreißig Jahre später, fällt es ihm wie Schuppen von den Augen, was doch die ganze Zeit so naheliegend war.

Spiele mir auf meiner Flöte

Giovanni hatte schon immer eine blühende erotische Fantasie und schlüpfrige Assoziationen gehabt. Das Dichten, das Suchen nach poetischen Bildern für das, was da mit ihm und zwischen ihnen geschieht, weckt in ihm eine neue Sensibilität für die Erotik des Alltags.

Verwunschener Garten

Was war da geschehen zwischen ihm und der Liebsten, dass sie ihm so fremd geworden war, so unnahbar kalt? Was hatte ihm dieses Paradies verschlossen, das doch so offen vor ihm gelegen mit Farben und Blumen und Düften, an denen er sich berauscht hatte? Ein verwunschener Garten war es ihm nun geworden. Verschlossen zumeist das Tor.